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Transatlantisches Abenteuer auf dem Segelboot Cosmos

von
am
16. Februar 2020

Wie alles begann…

Unser Traum Südamerika über den Wasserweg zu erreichen begleitet uns schon lange. Fast hätten wir eine andere Alternative in Erwägung gezogen, als uns Anfang Januar unser ehemaliger Captain William mit seinem Segelboot Cosmos ganz unerwartet kontaktiert.

Er sei auf den Kapverdischen Inseln, bereit für die Atlantiküberquerung und würde uns gerne an Bord haben. Arne und ich, wir sind überwältigt und sagen sofort zu. Wenige Tage später erreichen wir Mindelo auf der Insel São Vicente und uns wird klar, in wenigen Stunden geht’s los. Nur noch Ozean um uns und zwei Wochen Bootsleben warten auf uns.

Unser Segelboot Cosmos

Die Crew an Bord von Cosmos

Mit uns an Bord ist nicht nur Captain William, sondern auch der ehemalige Bierbrauer Kevin aus Irland, sowie die beiden Segler Aksel und Mikael aus Dänemark.

Zusammen starten wir am 18. Januar 2020 voller Vorfreude unser großes Abenteuer – die Atlantiküberquerung Richtung Südamerika. Unser grobes Ziel: Surinam.

Eine Herausforderung der besonderen Art

Bevor wir im Hafen von Mindelo ablegen, schwirren uns noch viele Fragen im Kopf herum: Sind wir seefest? Wie verstehen wir uns mit der Crew an Bord? Wie sieht unser Bootsalltag aus? Werden wir von Sturm und Regen verschont bleiben?

Ganz schnell – nach zwei Stunden – wird klar, dass unser Körper sich an die unbekannten Bedingungen erstmal gewöhnen muss. Wir werden beide seekrank und die ersten 3-4 Tage sind hart für uns.

In dieser kräftezerrenden Zeit schlafen wir viel, essen und trinken wenig und stecken viel Energie in positive Gedanken. Wir lernen, dass auf See alles doppelt so anstrengend ist wie an Land. Man muss sich ständig festhalten, bei starkem Seegang wird schon eine Stunde Durchschlafen zur Seltenheit und mitten auf dem Ozean kommen wir uns mit unserem 12 m langen Segelboot unglaublich klein vor.

Nach ein paar Tagen des Drangewöhnens fangen wir endlich an unser großes Abenteuer zu genießen. Das Segeln macht richtig Spaß und wir surfen mit unserem Boot auf den Wellen. Wir lernen einander schnell gut kennen und schätzen an Bord. Vom ersten Tag an segeln wir im Schichtsystem, jeder ist zwei Stunden tagsüber sowie zwei Stunden nachts fürs Steuern zuständig. Mittags und abends sitzen wir oft alle zusammen an Deck, tauschen uns über uns und unsere Lebensvorstellungen aus…. und sonst nutzt jeder die Zeit für sich selbst und beschäftigt sich mit lesen, kochen, schlafen oder einfach nur mit dem Genießen des Ozeans.

Ausgenommen von zwei windschwachen Tagen, begleitet uns der Passatwind und wir kommen gut voran.

Die überwältigende Wassermasse des Atlantiks zeigt sich jeden Tag in einem neuen Gewand. Mal wild, mal schäumend und manchmal wie eine idyllische Dünenlandschaft aus Wasser. Nachts begleitet uns der atemberaubende Sternenhimmel. Auch das Wasser um uns herum glitzert wie ein Zauberstab… fluoreszierendes Plankton bringt das durchwühlte Wasser ums Boot herum zum Leuchten. Fast jede Nacht begleitet es unsere Fahrt. Wir lernen auch die fliegenden Fische kennen und sind fasziniert von den schwalbenartigen Vögeln, die mitten auf dem Atlantik fliegen. Ab und zu nutzt einer nachts die Gelegenheit, sich auf dem Solarpanel unseres Bootes ein wenig auszuruhen. Dreimal zeigen sich auch ein paar Delfine. Sie scheinen Spaß zu haben, um unser Boot herumzuschwimmen.

Nach vielen erfolglosen Angeltagen beißt nach einer Woche auf See schließlich endlich ein Fisch an. Wir freuen uns riesig über Frischware und staunen nicht schlecht als wir mit vereinten Kräften einen 30 Kilo schweren roten Thunfisch an Deck ziehen.

Land in Sicht!

Und dann ist es endlich soweit… am 15. Tag unserer Reise kurz vor dem Sonnenuntergang sehen wir endlich Land in weiter Ferne. Das Gefühl endlich anzukommen, wieder Land unter den Füßen zu haben und einfach mal eine Stunde spazieren zu gehen überwältigt uns.

Die ganze Crew ist erleichtert und überglücklich. Wir freuen uns auf das erste Kaltgetränk an Land sowie Menschen, Tiere, Pflanzen und Gerüche.

Nach 14 Tagen und 7 Stunden auf dem Atlantik legen wir auf der Insel Île Royale 13 km vor der Küste von Französisch-Guayana an…

Wieder an Land, geschafft und glücklich!

Die Fakten unserer transatlantischen Reise

  • 1808 Seemeilen zurückgelegt
  • 343 Stunden gesegelt
  • in 4000 m tiefem Ozean gebadet
  • 30 kg Thunfisch gefangen
  • 2 Zeitzonen durchsegelt
  • Flaschenpost abgeschickt
  • Einen großen persönlichen Meilenstein erreicht!
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