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Au revoir la France!

von
am
28. Oktober 2018

Bevor wir unsere Reise begonnen haben, hatten Arne und ich tatsächlich beide etwas Schiss vor Frankreich. Unsere Französischkenntnisse … naja… lassen, milde ausgedrückt, zu wünschen übrig. Uns war klar, dass unsere Körper sich längerfristig nicht mit „Baguette“ und „Croissants“ zufrieden geben würden. Und das französische Fahrradnetz haben wir uns eher als eine gestrichelte Linie auf dem Seitenstreifen stark befahrener Hauptstraßen vorgestellt.

Nie hätten wir uns ausmalen können, dass zwei Wochen Fahrradfahren durch unser Nachbarland so bereichernd enden würden. Wir freuen uns über all die tollen Bekanntschaften, die wir hier machen dürfen. Die Menschen begegnen uns mit einer außergewöhnlichen Gastfreundschaft und Offenheit. Sie freuen sich, dass wir versuchen, den Reisealltag mit Französisch zu bestreiten und geben sich große Mühe, mit Händen und Füßen, auf Französisch, Englisch und Spanisch mit uns zu kommunizieren. Tolle Gespräche über Gott und die Welt lehren uns viel über die französische Kultur.

 

Über Küsse, Nüsse und cuisine

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie die Franzosen sich begrüßen? Wir haben uns darüber keine Gedanken gemacht bis zur ersten Situation, als uns ein Gastgeber ganz irritiert gegenübersteht und zögerlich unser Händeschütteln erwidert. Auf Nachfrage erfahren wir, dass es in Frankreich üblich ist, dass man sich zur Begrüßung zwei Küsschen auf die Wange gibt, sowohl Männer als auch Frauen, jung und alt. Noch fühlt es sich ein wenig komisch an, aber wir gewöhnen uns langsam an den kulturellen Unterschied.

Ein weiterer Unterschied, in Frankreich geht es nicht um die Wurst, sondern um die Walnuss. Zumindest auf unserer Fahrradroute rund um Grenoble. Wir haben selbst erfahren, wie viel Arbeit ein einziger Walnussbaum mit sich bringt. Unsere Radroute führt an Tausenden von Walnussbäumen vorbei und wir lernen, dass Frankreich der größte Walnuss Produzent Europas ist. Wie viele Monokulturen im industriellen Maßstab bringt auch diese leider einen erheblichen Pestizideinsatz mit sich, sodass sich die Bewohner um Grenoble nur wenig an den Nüssen erfreuen können.

Auf dem Weg durch Frankreich lernen wir noch ganz viel übers Essen. Zum Frühstück gibt´s meistens keinen Teller, sondern nur Besteck und ein wildes Durcheinander an Baguette, Croissants und Marmelade auf dem Krümel-Tisch. Abends ist es üblich, dass es nach der Hauptspeise oder nach der süßen Nachspeise eine lokale Auswahl an Käse zum Dessert gibt, welche mit Stolz präsentiert wird.

Einer unserer Gastgeber erzählt uns auch, dass die cuisine française zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. Wir können das nun vollkommen nachvollziehen, denn jede Mahlzeit hier fühlt sich an wie ein feierliches Erlebnis der besonderen Art.

 

… und wie geht es nun weiter

Aufgrund der Schlechtwetterprognosen für die kommenden Tage entscheiden wir uns, mit dem Zug von Avignon nach Perpignan zu fahren. Wir verabschieden uns also langsam von Frankreich und bereiten uns auf Spanien vor. Die Pyrenäen liegen vor uns und wir freuen uns auf die nächste Etappe entlang der Mittelmeerküste. Vielen Dank nochmals an alle, die uns die letzten Tage und Wochen begleitet haben 🙂

VOUS ÊTES HYPER!

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3 Kommentare
  1. Antworten

    Pascal Roth

    31. Oktober 2018

    Hallo ihr Lieben 🙂
    Ich finde es toll was ihr alles erlebt und das ihr es mit uns teilt. ? Es ist als wäre man live dabei .. Ich freue mich auf euer nächster Eintrag und wünsche euch eine gute Reise nach Perpignan.
    Alles Gute ✌
    Pasci

    • Antworten

      Nadine

      2. November 2018

      Lieber Pasci,
      wir freuen uns sehr, dass dir unsere Beiträge gefallen… und all die Fotos haben wir deiner Kamera zu verdanken 🙂 danke!
      Wir haben die Pyrenäen überwunden und sind inzwischen bereits kurz vor Barcelona <3
      Bis bald und gaaaaanz liebe Grüße in die Schweiz
      Arne und Nadine

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